Am besten gar nicht. Falls du wirklich hier bist, um zu erfahren, wie man die Hunde dominiert, muss ich dich leider enttäuschen.

Die Dominanztheorie hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark etabliert. Viele wissen aber nicht, dass sogar derer Vater, John Fisher, zugegeben hat, dass diese auf falschen Annahmen basierte und deshalb grundsätzlich nicht richtig ist. Es wurde davon ausgegangen, dass die Grundlage für das Hundeverhalten die Hierarchie innerhalb eines Rudels ist. Wie oft hast du gehört, dass ein Hund dominiert werden soll, damit er seinen Platz in der Hierarchie kennt und den Besitzer respektiert? Wie oft werden die Hunde dann dazu gezwungen (meist mit Gewalt) die Befehle des Besitzers zu erfüllen? Und wie oft werden sie dann bestraft, wenn sie nicht sofort das tun, was von ihnen erwartet wird? Man will dem Hund letzt endlich schnell zeigen, wer hier der Boss ist. Alles falsch!

Die Begriffe “Dominanz” und “Hierarchie” werden häufig zur Beschreibung der Beziehungen zwischen Hunden, die zusammen leben, benutzt. Jedoch immer mehr Verhaltensforscher und Wissenschaftler kritisieren die Dominanztheorie. Sie sind der Meinung, dass der Begriff „Dominanz” das Verhalten zwischen einzelnen Individuen bzw. in einzelnen Situationen benutzt werden soll. Es ist also keine feste Eigenschaft.

Hund steht, Frauchen macht Kopfstand

Ein Hauch der Geschichte

Die Dominanztheorie basiert auf der Annahme, dass ein Hund (Canis lupus familiaris) ein Nachkommer des Wolfes (Canis lupus) ist und dass diese zwei Spezien denselben Verhaltensregeln folgen. Wölfe, die in der geschlossenen Umgebung leben, tendieren oft dazu, ein Alphatier zu haben. Es hat das Sagen und beeinflusst das Verhalten von dem ganzen Rudel.

Und jetzt kommt die Überraschung. Jane Packard und David Mech haben 13 Jahre Wölfe in der Wildnis beobachtet und festgestellt, dass das Verhalten innerhalb des Rudels nicht auf Dominanz basiert. Sie haben eher von einer Art Familie gesprochen, in der die Eltern sich um die Kinder kümmern. Die jungen Wölfe essen zum Beispiel immer zu erst und sichern sich dadurch bessere Überlebenschancen. Während all dieser Jahre gab es keine Indizien auf Dominanz. Man darf aber natürlich nicht vergessen, unterschiedliche Rassen können deren Beziehungen unterschiedlich bilden, weil sie ja oft unterschiedliche Bedürfnisse haben. Zum Beispiel konzentrieren sich Terrier mehr auf Spielzeuge, Labradore aufs Essen und die nördlichen Rassen auf den Kontakt mit dem Menschen.

7 Regeln der Dominanztheorie, die totaler Quatsch sind

Hier sind meine Lieblingsregeln der Dominanztheorie, die ich für völlig daneben halte:

  1. Der Besitzer muss immer zu erst essen.
  2. Der Besitzer soll immer als erster durch die Tür gehen.
  3. Der Besitzer soll das Spiel mit diem Ziehen immer gewinnen, damit der Hund nicht denkt, dass er stärker ist.
  4. Der Besitzer soll nie kleiner als der Hund erscheinen (z.B. nicht auf dem Boden sitzen).
  5. Der Besitzer soll den Hund ignorieren, wenn dieser Aufmerksamkeit sucht.
  6. Der Hund darf niemals im Bett schlafen.
  7. Der Hund darf nie an der Leine ziehen.
Voll dominiert!
Voll dominiert!

Ich bin der Meinung, dass alles was man braucht, um den Hund gut erziehen zu können, ist Wissen, wie die positiven Methoden funktionieren, viel Geduld, viel Liebe, viel viel viel gutes Essen (für den Hund natürlich ;)) und vor allem Konsequenz! Denn daran scheitert es meisten. Wenn du weisst, was du tust, ist es egal, ob der Hund mit dir im Bett schläft und wer von euch zu erst essen darf. Die Grenzen werden eingehalten und der Hund wird sich früher oder später wie gewünscht Verhalten.

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